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Antizipation und vorausschauender Bevölkerungsschutz:

Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Zeiten von Niedrigwasser und Trinkwasserknappheit

Foto: Moritz Meyer / DRK

Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe ist sich der wachsenden Bedrohung durch extreme Wetterereignisse und Klimaveränderungen bewusst. Besonders die Trinkwassernotversorgung steht immer häufiger auf dem Prüfstand – sei es durch Niedrigwasser in Flüssen oder durch eine generelle Trinkwasserknappheit, die durch anhaltende Trockenperioden bedingt ist.

Antizipation als Schlüsselstrategie in der Humanitären Hilfe

Der Ansatz der Antizipation wird seit 2015 in der Auslandshilfe innerhalb des DRK angewendet. In Regionen, die häufig von Naturkatastrophen, politischen Konflikten oder extremen Wetterereignissen betroffen sind, wurde Antizipation als zentrale Strategie entwickelt. Dabei geht es darum, potenzielle Krisen frühzeitig zu erkennen, auf Basis von Wettervorhersagen und anderen Parametern präventive Maßnahmen zu entwickeln und zu ergreifen, um so Katastrophen - noch bevor sie eintreten - abzumildern. Dieser vorausschauende Ansatz hat sich in der Auslandshilfe als sehr erfolgreich erwiesen, da er es nicht nur ermöglicht, rechtzeitig die nötigen Ressourcen und Hilfsmaßnahmen bereitzustellen, um die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wie Trinkwasser sicherzustellen, sondern auch die Resilienz der betroffenen Bevölkerung zu stärken.

Pilotprojekt zur nationalen Anwendung von Antizipation im Bevölkerungsschutz
Foto: Fabian Sommer / DRK

Aufgrund der internationalen Erfolge, soll nun überprüft werden, ob dieser Ansatz auch nationale Anwendung finden kann. Das Projekt Antizipation des DRK-Landesverbands Westfalen-Lippe ist eine Pilotphase, die das Konzept der Antizipation auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen innerhalb Deutschlands überträgt. Das Projekt wird bis Ende des Jahres in Ost-Westfalen-Lippe vorrangig im Kreis Herford und Umgebung umgesetzt und dient als Modell für ähnliche Initiativen in anderen Regionen. Neben Westfalen-Lippe sind auch Standorte in Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen Teil der Pilotphase, die jeweils mit unterschiedlichen Themenbereichen arbeiten – von Hitzewellen und Starkregen/Hochwasser bis hin zu Trinkwasserknappheit in Westfalen-Lippe. Der DRK-Bundesverband fördert das Projekt nicht nur, sondern begleitet es darüber hinaus auch inhaltlich und sorgt für eine enge Zusammenarbeit und Unterstützung.

Ziele und Ergebnisse des Projekts

Ein maßgebendes Ziel ist es, Maßnahmenprotokolle zu erstellen, welche auf Basis verschiedener Parameter wie beispielsweise Wasserständen, Niederschlagsmengen und Wettervorhersagen basieren, um realistisch und rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Mit der Festlegung von bestimmten Schwellenwerten kann eine stufenweise Aktivierung verschiedener Maßnahmen erfolgen. Durch eine vorausschauende Planung und enge Zusammenarbeit mit verschiedenen regionalen Behörden und Wasserwerken innerhalb des Projektstandortes möchten wir erreichen, dass zukünftig schnell und effektiv auf mögliche Versorgungsengpässe gegengesteuert oder im Ernstfall schnellstmöglich reagiert werden kann.

Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung und Schulung von lokalen Einsatzkräften und der Bevölkerung, um im Ernstfall eine rasche und koordinierte Hilfe zu ermöglichen. Darüber hinaus wollen wir durch das Projekt wertvolle Erkenntnisse und Best Practices gewinnen, die auch in anderen Regionen des Landes angewendet werden können.

Weitere gesteckte Ziele des Projekts sind:

  • Optimierte Notfallpläne für die Trinkwasserversorgung innerhalb des Projektstandortes, die auf aktuellen Wetterdaten und Prognosen basieren.

  • Schnelle Reaktionsstrategien für den Bevölkerungsschutz in Zeiten von Wassermangel.

  • Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren wie Wasserwerken, Behörden und dem DRK.

  • Langfristige Lösungen zur Sicherstellung einer stabilen Trinkwasserversorgung auch in Krisenzeiten.

Durch frühzeitige Planung und präventive Maßnahmen möchten wir dazu beitragen, dass die Versorgung mit lebenswichtigen Ressourcen auch in Krisenzeiten schnell und effektiv gesichert werden kann.

Bei Fragen rund um das Thema Antizipation und vorausschauender Bevölkerungsschutz sowie Fragen zum Pilotprojekt kann gerne mit uns Kontakt aufgenommen werden.

Kontakt

DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e. V.
Sperlichstraße 25
48151 Münster

Tel: 0251 9739-0
E-Mail: katastrophenvorsorge(at)drk-westfalen(dot)de

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